Feldstraße Braunschweig

Zweistufiger städtebaulicher Ideenwettbewerb mit hochbaulichem Realisierungsteil / 3. Preis

Dem Entwurf liegt die Absicht zugrunde, zwischen den angrenzenden, bebauten Gebieten zu vermitteln und diese städtebaulich zusammenzuziehen. Die Straßen- und Parzellenraster der Nachbarquartiere werden in das Areal geführt und dort zu einer eigenständigen Struktur verwoben. Erschlossen wird das Neubaugebiet über drei, nicht miteinander verbundene Zufahrten – über die Feldstraße von Norden und über zwei südliche Anbindungen von der Kreuzstraße. Die Trennung der Erschließungswege dient der Entzerrung des Verkehrs, der Vermeidung von Schleichwegen, der Gliederung des Areals und der Adressbildung. Die Feldstraße gibt innerhalb des nördlichen, orthogonalen Gefüges eine neue Richtung vor. Als Pendant dazu wird entlang der südöstlichen Zufahrt das dortige städtebauliche Raster bewusst gebrochen. Ein aus östlicher Richtung kommender, vielgenutzter Fuß- und Radweg setzt die Struktur des östlich gelegenen Gebietes in das Neubaugebiet fort. Aus den sich verschneidenden Achsen und Rastern entwickelt sich auf dem Areal eine in das Umfeld eingebundene und dennoch eigenständige, städtebauliche Struktur.

Die drei Angerbereiche, die aus unterschiedlichen Richtungen von Norden und Süden angefahren werden, dienen nicht nur der Erschließung des Areals sondern stellen einen großzügigen aber baulich gefassten Raum dar, der unterschiedliche Funktionen erfüllt. Neben der Unterbringung eines Großteils der Stellplätze, die sich in unmittelbarer Nähe zu den Wohnquartieren befinden, dienen die Anger als Grünräume, in denen sich – im Gegensatz zu den privateren Innenhöfen – das öffentliche Leben abspielt. Die Anger enden jeweils an kleinen Quartiersplätzen, die sich von Norden und Süden an die, das Quartier in Ost-West Richtung durchlaufende Fuß- und Radwegverbindung anlehnen. In der Mittelachse der Anger befindet sich jeweils eine Grünzone, die der zentralen Regenentwässerung bzw. Versickerung der öffentlichen Verkehrs- und Grünflächen dient. Diese findet teils in Rigolen teils in offenen Bachläufen statt, die an das – das Areal umgebende System von Entwässerungsgräben (kleine Mittelriede / Schölkegraben) angebunden sind. Die Grünzonen sind von einer für Bachläufe und Uferzonen typischen Vegetation geprägt. Die Bepflanzung mit einer bestimmten, signifikanten Baumart verleiht jedem Anger seinen besonderen Charakter und trägt zur Adressbildung und Identifikation der Bewohner mit dem eigenen Anger (Ahorn-, Birken- und Buchen-Anger) bei. Die Grünbereiche der Anger sind von Trampelpfaden und Wegen durchzogen, die sich stellenweise zu kleinen Plätzen auf weiten, die an das die Innenhöfe verknüpfende Wegenetz angebunden sind.

Projektart

Wettbewerb / 3. Preis / Planung

Ort

Feldstraße
38118 Braunschweig

Auslober

Stadt Braunschweig
FB Stadtplanung und Umweltschutz
Platz der Deutschen Einheit 1
38100 Braunschweig

Bearbeitung
2015
Grundstucksfläche
77.195 m²
Bruttogeschossfläche
55.962 m²